Liebe Frauen, Liebe Mütter
Am Sonntag ist Muttertag. Ein Tag um Danke zu sagen, ein Tag um womöglich selbst Dank zu erhalten. Dieses Jahr offiziell ohne Umarmung und ohne gelassenes Beisammensein. Was löst dies in uns aus? Die meisten sagen: es ist zum Wohle aller. Es geht um unsere Gesundheit. Aber: ich will nicht wissen was euer Verstand dazu sagt, ich will nicht wissen was jeder sagt. Ich will wissen was es in eurem Herzen auslöst?
Unsere Grossmütter haben in der (Nach-)Kriegszeit das Land erhalten und Familien zusammengehalten. Unsere Mütter haben für unser Stimmrecht, unsere Unabhängigkeit und vor allem für unsere Freiheit gekämpft. Sie haben demonstriert, wurden belächelt, entmutigt und teils sogar entmündigt. Aber sie haben weitergekämpft und sie haben ihr Ziel erreicht – für uns. Weiss unsere Generation eigentlich was es bedeutet, für etwas wirklich Grundlegendes einzustehen? Wissen wir was es für unsere Grossmütter und Mütter bedeutet hat, dass wir heute unser Leben frei leben dürfen? Dass wir arbeiten können, Dass wir unsere Träume verwirklichen dürfen, dass uns fast alle Türen offenstehen?
Was löst es in euch aus, wenn ihr seht, dass eine über 80Jährige Frau am 2. Mai 2020 auf dem Bundesplatz steht, um für ihre Freiheit einzustehen? Diese Frau zählt tausendmal mehr Erfahrungen, Erkenntnisse, Krisen und Tiefschläge in ihrem Leben als wir jungen Menschen. Und was tun die meisten unter uns? Gehorchen, ohne zu hinterfragen, Glauben und Nachreden, ohne selbst zu denken und sich gleichzeitig über jeden entsetzen, der es nicht tut? Einige sprechen gegenüber ihren Eltern Befehle aus: «Du darfst nicht mehr aus dem Haus!» oder beschimpfen unbekannte ältere Menschen, weil diese am Sonntagnachmittag im Park spazieren gehen. Ja, viele sorgen sich um Ihre Eltern und Grosseltern. Doch dürfen wir die Verantwortung über Ihr tun und handeln nicht voller Liebe und Vertrauen Ihnen überlassen?
Wir befinden uns mitten in einer Krise. Wer sich mit dem aktuellen Geschehen beschäftigt fühlt und weiss sofort, dass viel mehr als «nur» der Virus unser Leben verändert hat. Wir hören und lesen immer wieder, dass die Normalität erst dann eintrifft, wenn ein Impfstoff zur Verfügung steht. Die Schweizer Regierung plant, die aktuellen Corona-Notverordnungen in ein permanentes dringliches Bundesgesetz zu überführen. In verschiedenen Ländern wird über einen Impfzwang diskutiert. Wer in naher Zukunft ein Restaurant besuchen will, muss seine Kontaktdaten hinterlassen. Die Schweizer Armee begann mit der Testung einer App zur Kontaktverfolgung, die ab dem 11. Mai in Zusammenarbeit mit Google und Apple eingeführt werden soll. Steht das alles noch im Verhältnis zu den aktuellen Fakten über die Gefährlichkeit des Coronavirus? Soll dies über kurz- oder langfristig unsere neue Normalität werden? Habt ihr euch das schon einmal selbst gefragt?
Was fühlt ihr beim Gedanken daran, dass eure Kinder womöglich zwangsgeimpft werden gegen eine Krankheit, die für Kinder grösstenteils mild verläuft? Was fühlt ihr beim Gedanken an eine Zukunft in der ein Impfstatus möglicherweise darüber entscheidet, ob und wie unsere Kinder reisen dürfen? Eine Zukunft in der Kontrolle zur Normalität werden könnte? Eine Zukunft mit eingeschränktem Recht auf persönliche Freiheit, eingeschränktem Schutz der Privatsphäre, eingeschränkter Meinungs- und Informationsfreiheit und eingeschränkter Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit?
Wir schenken am Sonntag unseren Müttern schöne Blumen. Aber lasst uns auch über Respekt vor dem Alter und über unsere Verantwortung gegenüber unseren Kindern nachdenken.
Was, wenn unsere Mütter damals ihren Ehemännern brav geglaubt hätten: «Frauen sind zu dumm, um in der Politik mitzudiskutieren?«
Ich wünsche meinem Kind ein Leben in Freiheit und Selbstbestimmtheit. Ich wünsche meinem Kind, dass es selbst denken lernt und immer wieder Fragen stellt. Ich möchte ihm die Verantwortung zumuten, für sich selbst entscheiden zu dürfen. Und es ist an mir, dies vor zu leben. Und zwar immer, vor allem auch in Krisenzeiten.
Ich wünsche meinem Kind ein Leben voller liebevollen Umarmungen, voller wunderbaren Begegnungen ohne Abstand und ohne Masken. Ich wünsche ihm ein Leben voller körperlicher, seelischer und geistiger Gesundheit. Ich wünsche ihm das Grosswerden in einer Welt, in der jeder Mensch denselben Wert hat und sich dies selbst und gegenüber allen andern eingesteht.
Ich wünsche meinem Kind JETZT ein glückliches Leben, weil ich weiss, dass das Leben verletzlich ist und immer sein wird. Ich weiss, dass ich weder für meine Eltern noch meine Kinder das Recht oder die Macht habe zu entscheiden, was kommen wird. Ich weiss, dass es nie eine absolute Sicherheit gibt und auch nie geben wird – denn das wäre nicht das Leben!
Ariana

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Ariana